Das fünfte Rad e.V. Behindertenhilfe Köpenick

Übergangswohnheim

Für psychisch erkrankte Menschen

Projektleitung:
Herr René Gietzel
Wassersportallee 46
12527 Berlin


Email: gietzel@das-fuenfte-rad-ev.de
Tel.: 030-6743746
Fax: 030-67821345

Das Übergangswohnheim (ÜWH) besteht seit 1994 in Berlin-Grünau im Bezirk Treptow-Köpenick. Die kleine Villa verfügt über einen Zier- und Nutzgarten und liegt auf der Wassersportallee zwischen dem S-Bahnhof Grünau und der BVG-Fähre (Linie F12 nach Wendenschloß) an der Dahme. Die ruhige Gegend mit Dorfkirche, Einfamilienhäusern, Fluß und überschaubaren Waldgebieten ist ideal zum Spazieren und Fahrrad fahren. Im Sommer laden Bootsverleihe, Strandbad und „Bammelecke“ zur Nutzung der Dahme und ihrer Ufer ein.
Ein kleines Einkaufszentrum und ein Discounter befinden sich gleich hinter dem S-Bahnhof, der nur 5-10 Gehminuten von unserem Haus entfernt liegt.

Unser Wohnheim bietet Wohnplätze in Einzelzimmern für 13 Frauen und Männer mit einer psychischen Erkrankung. Die Wohnräume verteilen sich auf drei Etagen, die jeweils mit einem Bad ausgestattet sind. Die Zimmer der Bewohner sind zwischen 12 m² und 30 m² groß. Ein Aufenthaltsraum mit Spielen, Musikanlage, Fernseher und Tageszeitung, eine große Gemeinschaftsküche und eine kleine Selbstversorger-Küche vervollständigen den Wohnbereich. Für die therapeutischen Angebote stehen außerdem ein Ergotherapie-Raum, eine Werkstatt und ein Gesprächs- und Gruppenraum zur Verfügung. Auch die Büros der Betreuer und der Projektleitung befinden sich im Haus. Der Garten dient mit Tischtennis-platte, Gewächshaus, Kräuter- und Blumenbeeten, Hängematte, Tischen und Stühlen der aktiven und passiven Erholung.

Unser Betreuungsangebot richtet sich an Frauen und Männer ab 18 Jahren, die sich nach schwerer psychischer Erkrankung stabilisieren, im geschützten Rahmen eine Zukunftsperspektive entwickeln bzw. ihre lebenspraktischen Fähigkeiten wiedererlangen oder ausbauen möchten und dazu eine 24-Stunden-Betreuung benötigen. Dabei ist die Erfüllung der Aufnahmevoraussetzungen notwendig.

Übergeordnetes Ziel der Betreuungsarbeit ist die Förderung der Verselbstständigung der Bewohner. Auf dem Weg dorthin leisten die Betreuer vielfältige Unterstützung bei der Alltagsbewältigung.
Das Leben in der Gemeinschaft bietet die Möglichkeit der Kontaktaufnahme und gegenseitigen Unterstützung. Die Einzelzimmer sorgen für Rückzugsmöglichkeiten und Privatsphäre. Im ÜWH-Alltag gibt es viele Gelegenheiten, einander zu begegnen. 
Die individuellen Ziele und Inhalte der Betreuungsleistungen für den einzelnen Bewohner orientieren sich an dessen Bedürfnissen und Fähigkeiten und werden im jährlich neu zu erstellenden Behandlungs- und Rehabilitationsplan (BRP) festgehalten.

Wir arbeiten mit dem Krankenhaus „Hedwigshöhe“ zusammen. Unsere Bewohner können die dortige Institutsambulanz sowie ergotherapeutische Programme nutzen.
Weiterhin regen wir die Nutzung ergänzender Angebote der sozialpsychiatrischen Versorgung an.

Wenn Sie sich für einen Platz im ÜWH interessieren, rufen Sie uns unter 030-6743746 an und vereinbaren Sie einen Vorstellungs- und Besichtigungstermin mit uns.

Therapeutische Angebote

Betreuungsangebot

Die Betreuung im ÜWH findet im 3-Schicht-System rund um die Uhr statt, das heißt, es ist zu jeder Zeit mindestens ein Mitarbeiter zur Betreuung anwesend.
Wir arbeiten in einem multiprofessionellen Team mit einem Bezugsbetreuer-System.
Die Dauer der Betreuung richtet sich nach den Bedürfnissen und Fähigkeiten des Bewohners und beträgt im Durchschnitt 2 bis 4 Jahre.

Aufnahmevoraussetzungen

Aufnahmevoraussetzungen sind das Einverständnis/der Wunsch des zukünftigen Bewohners, das Vorliegen einer psychischen Erkrankung und die Feststellung der Notwendigkeit einer 24-Stunden-Betreuung durch den sozial-psychiatrischen Dienst. Ausschlusskriterien sind das Vorliegen einer im Vordergrund stehenden Suchterkrankung, einer mittleren bis schweren Lernbehinderung und Pflegebedürftigkeit. Innerhalb der Einrichtung und bei Reisen und Ausflügen gilt ein absolutes Alkohol- und Drogenverbot – der Wille und die Fähigkeit, dieses einzuhalten gilt als Voraussetzung für die Aufnahme.

Unterstützung

Die Mitarbeiter des Teams leisten u.a. in folgenden Bereichen Unterstützung

ÜWH-Alltag

Der Alltag im ÜWH richtet sich stark nach dem individuellen Beschäftigungsumfang des Bewohners.
Zu Beginn werden alle Bewohner durch das ÜWH voll verpflegt. Wer wegen Ausbildung oder Arbeit an Mahlzeiten nicht teilnehmen kann, hat die Möglichkeit, in die Teilselbstverpflegung zu gehen. 
In begründeten Fällen können Bewohner die Mahlzeiten auch zu anderen Zeiten einnehmen.
Während der Woche und am Wochenende begegnen sich die Bewohner im Flur, in der Küche, im Aufenthaltsraum, in der Raucherecke, im Garten und manche Bewohner besuchen sich auch gegenseitig auf dem Zimmer. Die Zimmer sind Privaträume und Rückzugsort und werden als solche respektiert. Jeder Bewohner hat den Schlüssel für die Eingangstür und das eigene Zimmer. Die Bewohner sind für die Gestaltung und Pflege ihres Zimmers selbst zuständig.
Bei Bedarf werden die Bewohner in sämtlichen Angelegenheiten durch die Betreuer angeleitet oder unterstützt.

Montag – Freitag

Regulär findet das Frühstück von 9:00 bis 9:30 statt.
Das Mittagessen wird innerhalb des Kochtrainings zubereitet und ist zwischen 12:00 und 14:00 fertig.
Das Abendessen findet von 18:00 bis 18:30 statt.
Getränke (Wasser, Saft, Kaffee, Tee) gehören ebenso zur Verpflegung.
Am Dienstag gibt es um 15:30 eine Kaffeerunde, zu der auch ehemalige Bewohner und neue Interessenten eingeladen sind.
Am Montagnachmittag bzw. Dienstagnachmittag finden die jeweiligen Etagengruppen statt. 
Am Mittwochnachmittag gibt es die verpflichtende Hausvollversammlung oder einen Kino-Ausflug.
Am Donnerstag findet die Gartengruppe oder die Schwimmgruppe statt.
Am Freitag laden wir ab 20:00 die Bewohner zum DVD-Abend mit kleinen Snacks in den Aufenthaltsraum ein. Über den Film wird vorher in der Hausvollversammlung abgestimmt.
Weitere Spiel- und Sportangebote werden auf Wunsch der Bewohner individuell vereinbart. Sportgeräte (Ergometer und Tischtennisplatte) und Gesellschaftsspiele stehen den Bewohnern frei zur Verfügung.

Jeder Bewohner bekommt mindestens eine Aufgabe, die er für die Gemeinschaft regelmäßig erledigen soll, so zum Beispiel der Badezimmerputz, der Getränke-Einkauf, das Blumen-gießen oder der Zitty-Einkauf. Außerdem teilen sich die Bewohner den täglichen Küchendienst (Mülleimer leeren, Fußboden reinigen, Spülmaschine ein- und ausräumen) so, dass jeder ca. 4x im Monat dran ist.
Ein Mal pro Woche hat jeder Bewohner einen Termin zum psychologischen Einzelgespräch bei der Psychologin des Hauses und je nach Beschäftigungsgrad auch einen Ergotherapie-Termin im Haus.

Wochenende

Am Wochenende lassen wir es etwas ruhiger angehen, das Frühstück findet gegen 10:00 statt, das Mittagessen verschiebt sich dementsprechend und die Kaffeerunde am Sonntag um 15:00  kann sich ebenso leicht verschieben. Das Abendessen gibt es dann wie gewohnt um 18:00.

Behandlungs- und Rehabilitationsplan (BRP)

Der BRP bildet die Grundlage für die Betreuungsarbeit und deren Finanzierung. Er enthält eine genaue Beschreibung der Situation des Bewohners und die Formulierung der Betreuungsziele. Der Plan wird von den Bezugsbetreuern und der Psychologin erstellt, mit dem Bewohner abgestimmt und durch dessen Wünsche und Anmerkungen ergänzt.

Team

Im ÜWH arbeiten Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Erzieher in der Betreuung. Für die therapeutischen Angebote sind zusätzlich eine Ergotherapeuten- und eine Psychologenstelle besetzt.

Bezugsbetreuer-System

Die Bewohner jeder Etage haben je zwei Bezugsbetreuer, die nach Möglichkeit die jeweilige Etagengruppe leiten und vorrangige Ansprechpartner für die Arbeit an den Rehabilitations-Zielen sind.

Ergänzende Angebote der sozialpsychiatrischen Versorgung

Zuverdienstwerkstätten
Kontakt-und Beratungsstellen
Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation

Ergotherapie

Das Ergotherapieangebot im ÜWH wird individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner abgestimmt.
Geschult werden Ausdauer, Konzentrations-, Merk- und Denkfähigkeit. Aber auch die Ablenkung von belastenden Gedanken und die Vermittlung von Erfolgserlebnissen sind wichtige Ziele der Ergotherapie. Dabei können die Methoden sehr unterschiedlich sein: Die Arbeit an einem Objekt (z.B. Glückwunschkarte, Korb, T-Shirt, Adventskalender, Bild, Skulptur...) ist genauso möglich, wie das Training der Konzentration am Computer oder über Spiele wie Memory, Skat, Scrabble, Rommé oder die Arbeit an einem Projekt wie z.B. Pflanzenzucht oder Gestaltung der Chronik.

Kochtraining

Jeden Tag wird im ÜWH für verpflegte Bewohner, und einige Mitarbeiter gekocht. Dazu treffen sich in der Woche der Ergotherapeut/die Ergotherapeutin und ein Bewohner. Das Kochtraining beginnt gegen 10.30 mit der gemeinsamen Planung und dem gemeinsamen Einkauf. Nach der gemeinsamen Zubereitung wird gemeinsam gegessen und danach gespült und aufgeräumt.
Im Kochtraining werden Alltagskompetenzen wie Einkaufen, Kochen, sauber Machen geschult, aber auch soziale Kompetenz und Ausdauer.

Psychologische Einzelgespräche

Hier werden der Rehabilitationsverlauf und Dinge des Alltags besprochen. Auch Schwierigkeiten, die sich durch die Erkrankung bzw. die Medikation ergeben, können angesprochen werden.
Das Einzelgespräch findet im Rahmen der gesamten sozialtherapeutischen Behandlung statt, Bewohner können bei Einzelheiten um Verschwiegenheit bitten, das ÜWH-Team befindet sich jedoch im Austausch mit der Psychologin und wird insbesondere über Veränderungen im Wohlbefinden des Bewohners informiert, um möglichst angemessen auf denjenigen eingehen zu können.

Etagengruppen

Einmal in der Woche treffen sich die 4-5 Bewohner einer Etage mit ihren Bezugsbetreuern zu einer Gruppenstunde, in der die vergangene Woche und die kommende Woche besprochen werden. Dabei erstellt jeder Bewohner seinen eigenen Wochenplan, der ihn an die Termine der nächsten Woche erinnern soll. Je nach Interessenlage der Teilnehmer wird in den Gruppen auch gespielt, ein Spaziergang oder auch mal ein Ausflug gemacht oder über ein Thema von allgemeinem Interesse gesprochen. Die Etagengruppe ist eine der sozialthera-peutischen Pflichtveranstaltungen im ÜWH. Sie hat eine ähnliche Funktion wie eine Team-besprechung. Hier werden wichtige Informationen mitgeteilt und die Bewohner haben im kleinen Rahmen die Gelegenheit, Dinge des alltäglichen Lebens miteinander zu besprechen und sich darin zu üben, positive und negative Kritik zu äußern und zu empfangen.

Hausvollversammlung

Die sogenannte HVV findet jeweils am 1. und 3. Mittwoch im Monat statt und ist verpflichtend. Hier werden Dinge, die die Hausorganisation betreffen besprochen, z.B. die Verteilung der Aufgaben im Haus. Außerdem werden hier die Wünsche für den Kinoausflug und den DVD-Abend diskutiert und Informationen über Veranstaltungen außer Haus mitgeteilt. Hier wird auch der Heimbeirat gewählt.

Freizeitgruppen

Das Angebot der Freizeitgruppen richtet sich stark nach den Wünschen und Anregungen der Bewohner. Derzeit finden regelmäßig die Kinogruppe und die Schwimmgruppe statt. Auf Nachfrage wird auch eine Töpfergruppe angeboten. Spontan treffen sich Bewohner und Betreuer zur Skatrunde. Auf Wunsch bieten wir Begleitung zum Fitness-Training bei McFit, gemeinsames Fahrradfahren, Tischtennistourniere, Joggen oder Spazieren an. Auch der DVD-Abend und die Gartengruppe gelten als Freizeit-Aktivitäten.

Reisen

Jedes Jahr bieten wir eine Reise an, die für viele Bewohner den Höhepunkt des ÜWH-Jahres darstellt. In den letzten Jahren fand die Reise meist im Sommer statt und ging an die Ostsee – mit einer Herbstwanderreise ins Elbsandsteingebirge haben wir auch gute Erfahrungen gemacht. Das Reiseziel wird unter den Teilnehmern nach Angebotslage abgestimmt, die Reisezeit wird durch die 2 begleitenden Betreuer bestimmt.

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Faltblatt: Übergangswohnheim (PDF: 3.1 MB)
Ein Mehrfamilienhaus von vielen Bäumen umgeben Ein heller Raum mit Sofas und Tisch Ein Garten mit Bäumen, Tischtennisplatte und einem Tisch mit Stühlen